Najpiękniejsza Kobieta W Mieście

najpiękniejsza kobieta w mieście, also: Die schönste Frau in der Stadt

Zufällig bin ich auf einen Flyer gestoßen, der für die Wahl der “MISS POLONIA in Deutschland” wirbt. Um am Wettbewerb teilzunehmen, muss man zwischen 18 und 25 Jahre alt und in Deutschland gemeldet sein. Tattos an sichtbaren Stellen sind unerwünscht. Einsendeschluss für Fotos ist der 15.09.2011

Es gibt natürlich auch tolle Preise zu gewinnen. Schönheitskönigin 1, 2 und 3 bekommen jeweils ein Diadem und eine Scherpe. Und es gibt die Möglichkeit, falls es nicht zur Schönheitskönigin reicht, auch Publikumsliebling zu werden. Es gibt aber noch mehr an Preisen. Ein Woche in Polen, ein schönes Bild eines polnischen Künstlers, ein Fotoshooting, eine Fuchsstola, ein Abendkleid oder ein DVD-Player. Und schließlich qualifiziert man sich für die Teilnahme an weiteren Schönheitswettbewerben.

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przyznaj się

przyznaj się – gib es zu

Es passiert immer wieder, dass man in diese Situation gerät. Ich sitze in der Bahn, stehe vor dem Kopierer oder laufe durch die Stadt. Ein kurzer Augenblick, ein flüchtiges Hinsehen und beide wissen es: Das da drüben eben war ein Pole.

Es bleibt immer bei einer Feststellung. Nie würde ich vor Freude aufschreien, hinüber gehen und einen neuen, alten Freund begrüßen. Der gemeine Pole hält sich bedeckt. Zuletzt besuchte ich eine Ausstellung über Urbanität in Afrika. Neben vielen Objekten, Modellen und Installationen, fanden auch Einzelschicksale einen Platz im Museumsraum. Eine Frau blieb mir im Gedächtnis. Es handelte sich um eine Flüchtige, die in Südafrika Menschen aus ihrem Heimatstaat traf. Sie alle schlossen sich sofort zu einer Gemeinschaft zusammen.

Manchmal, gehört das Gesicht zu meiner direkten Umwelt, müssen beide es zugeben. Das Gespräch funktioniert im Prinzip immer gleich. Am Anfang werden alle Missverständnisse ausgeräumt: Kommst du aus Polen? Du kommst also aus Polen? Ach, du kommst auch aus Polen? Dein Freund/ Freundin hat mir gesagt, du kommst aus Polen? Es wird anschließend geklärt aus welcher Gegend man kommt. Meistens ist das Opole und Schlesien. Stamme ich und mein Gegenüber aus der gleichen Wojewodschaft/Bundesland werden die Städtnamen ausgetauscht. Die letzt Frage, sie kann aber auch optional gestellt werden, lautet: Bist du hier geboren? Und ich kann außerdem noch fragen: Fährst du häufig rüber? Hast du da noch Familie?

Mit dieser kleinen Art der Konversation haben beide Parteien das Wichtigste voneinander erfahren. Die Fronten sind geklärt. Das anfängliche Misstrauen ist besänftigt. Mein Leben geht normal weiter.

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koncert gwiazd 2011

koncert gwiazd 2011, also Konzert der Sterne 2011

Polnische Sterne fallen von Himmel direkt auf die Bühne der Grugahalle in Essen. Am 15. Oktober findet das “koncert gwiazd 2011″ statt mit Künstlern, wie Maryla Rodowicz, DeMono, Kasia Kowalska und Steffen Möller als Moderator. Tickets können online bestellt, bei der Grugahalle direkt reserviert oder beim polnischen Spezialitätenhändler um die Ecke gekauft werden.

Bis auf Steffen Möller, den deutschen Komiker mit den polnischen Witzen, kenne ich vielleicht noch Kasia Kowalska? Den Namen habe ich schon ein mal gehört.

Kasia Kowalska. Sie erinnert an das Format schöne Frau mit schöner Stimme. Seit ihrem Druchbruch mit dem Lied “At to co mam” 1994 wuch sie zur anerkannten Singer- Songwriterin, Schauspielerin und Produzentin heran. Sie wurde 1995 ausgezeichnet mit dem Grand Prix und Publikumspreis des Musikfestivals in Sopot, vertrat Polen beim 1996 Eurovision Song Contest und bekam inzwischen diverse Platin für ihr 7. Album “Antidotum” 2002. Kasia Kowalska ist der Star in Polen und ein Gewinn für das Konzert der Sterne.

Der Zugang zur ihre Musik fehlt mir leider. Die alten Videoclips aus den 90ern sprühen vor Charme und manchmal auch vor Grunge. In ehrlichen Momentaufnahmen ähnelt sie Petty Smith, eine Eigenschaft, die ihr Authentizät verleiht. Die häufigsten Werbebilder aber zeigen ein hübsches Gesicht und singt Kasia ein Lied erklingt, die dazu zu erwartende hübsche Stimme.

Der nächste große Star ist die Gruppe “De Mono”. Sie gründete sich 1984 und ihr Erfolg dauerte etwas bis Mitte der 90er an. Die musikalische Mannschaft, die im Oktober in Deutschland spielt umfasst, nach zahlreichen Wandlungen und Veränderungen im Laufe der Jahre, sieben Mitglieder inklusive dem Liedsänger: Andrzej Krzywy. 1989 gelang den Pop-Rockern der Durchbruch mit dem Lied “Kochac inaczej” für das sie zahlreiche Auszeichnungen erhalten haben. Ein Blick auf die Homepage verrät, dass meine Mutter, die noch ganz toll gefunden haben muss. Hier ein Kommentar zu “De Mono” auf U-Tube:

ojej ! moja szalona młodość , najpiękniejszy czas! Wszyscy wtedy słuchali De Mono!! (Ach, ja! Meine verrücke Jugend, die beste Zeit! Alle haben damals De Mono gehört!)

Und zum Schluss noch Maryla Rodowicz. Eigentlich steht sie am Anfang der hier dargestellten, kleinen Musikgeschichte. Sie wurde 1945 geboren und gehört ebenfalls in die Sparte Singer-Songwriter unter anderem im Genre: “poezja spiewana”, also gesungener Poesie. Ihr Durchbruch gelang ihr Anfang der 70er mit dem Lied “Malgoska”. Sie ist weltweit bekannt, spielte in den 80ern auf zahlreichen Folk-Festivals in den Staaten und wurde unzählige Male ausgezeichnet. 2012 wurde sie mit anderen zum offiziellen Freund der Euro 2012 ernannt und wirbt jetzt kräftig für die vielen Fußballspiele kommenden Jahres. “Malgoska” erinnert mit der kräftigen und rauen Stimme an die deutsche Nina Hagen. Lange blonde Haare, ordentliche Stimme und politische Texte: Thumbs up.

Die Zielgruppe sind meine Eltern und die Generation ein wenig davor und ein wenig danach. Schließe ich meine Augen sehe ich breits jetzt, wie hinten auf den Stehplätzen die Konzertbesucher paarweise tanzen. Polnische Künstler trotz mangelnder Internationalität finden aufgrund der starken Auswanderungsbewegung Publikum auf der ganzen Welt. Es ist die Generation, die in Polen mit den Hits der 80er & 90er groß geworden ist und dann das Glück im Ausland suchte.

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Smacznego!

Es wird zu Tisch geladen. Eine Woche Klöse, Rouladen, Hühnersuppe, Ente, Kuchen, Kuchen und zum Schluss Bauchkrämpfe vom vielen fettigen Essen. Meine Erinnerungen an Besuche in Polen setzen sich häufig aus Tischszenen zusammen. Lange war mir nicht bewusst, dass es sich hierbei um eine polnische Sitte handelt. Meldet sich Besuch an wird ordentlich gekocht. Erst letztes Jahr hatte ich zufällig einen Artikel gelesen und der Autor schrieb, dass er zum Interviewtermin bei einer polnischen Familie als erstes zu Tisch gebeten wurde.

Polska Kuchnia

Rosół z kury – Hühnerbrühe                                Kluski, rolady i kapusta biała -  Klöse, Rouladen und Weißkohl

Es fällt mir schwer zu sagen, ob der gemeine Deutsche weniger kocht. Seit dem TV-Format “Promi Dinner” und dem Trend sich im Alltag mit leckeren Speisen zu verwöhnen ist es kaum mehr möglich Unterschiede festzustellen? Am Ende hilft nur noch ein letzter Vergleich: Deutsche Hochzeiten bieten ihren Gästen ein Büffet an oder eine festgelegte Speisekarte. Polnische Hochzeiten haben ihre Würste, Kuchen, Salate usw. die ganze Zeit auf dem Tisch stehen.

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Germinal

Industriada 2011 zaprasza! Industriada 2011 lädt ein!

In der Schule hatte ich Französisch als Leistungskurs belegt. Wir interpretierten Texte von Albert Camus, schauten Filme von Mathieu Kassovitz und lasen “Germinal” von Emile Zola (1840-1902). Die Erzählung spielt im 19. Jahrhundert in Frankreich und beschreibt den Kampf einiger Bergarbeiter, die gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen und ihre reichen Arbeitgeber rebellieren. Die Figuren sind ständig grau und dreckig von der Kohle, die sie in den Bergwerken abbauen und überall herrscht Elend. Das Finale der Erzählung spielt sich in einem Tunnel tief unter der Erdoberfläche ab.

Mein Vater arbeitete kurz nach dem Militär im Bergwerk und meine Mutter saß dort in der Verwaltung. Beide lernten sich in diesem Umfeld kennen. Mein Onkel Peter und mein anderer Onkel Peter arbeiten noch heute im Tagebau. Der Mann meiner Cousine hat seine Stelle dort letztes Jahr leider verloren.

Am 11. Juni feiert die Wojewodschaft Slask zum zweiten Mal das Festival: Industriada 2011, Święta Szlaku Zabytków Techniki. Das ist schwierig zu übersetzen und bedeutet vielleicht so viel wie, die Feierlichkeiten rund um die Route technischer Sehenswürdigkeiten. Die Besucher erwarten an diesem Tag in ingesamt 24 Städten im polnischen Ruhrgebiet zahlreiche Ausstellungen, Workshops und Musik. Es besteht zum Beispiel die Möglichkeit in Tschenstochau das “Museum Gornictwa Rud Zelaza” zu besuchen und dort an einer Führung mit ehemaligen Bergarbeitern teilzunehmen. In Kattowice kann man sich eine Dampfmaschine aus dem 19. Jahrhundert anschauen oder vor der Galerie “Szyb Wilson” mit anderen an einem großen Blumenteppich malen. In Chorzow tritt Fisz Emade Tworzywo auf! Insgesamt sind 34 Objekte in der ganzen Wojewodschaft zu besichtigen. Maskotchen des Festivals sind mehrere Roboter. Kinder und Erwachsene können bereits jetzt auf der offiziellen Homepage einen eigenen mechanischen Freund gestalten und nehmen damit automatisch an einem Gewinnspiel teil.

Meine Mutter arbeitete mit 20 in der Verwaltung einer der Gruben in Chorzow. Sie erzählte mir noch vor Kurzem die Geschichte, wie sie meinen Vater dort kennengelernt hatte. Eines Tages fand sie einen Brief in ihrer Manteltasche auf dem Weg nach Hause. Sie zögerte ihn zu öffnen: “Vielleicht handelt es sich um ein Flugblatt der Solidarnosc?” Schließlich öffnete sie den Umschlag und fing an zu lesen. Es war ein Liebesbrief und meine Mutter war zunächst äußerst angetan. Am Ende aber waren ihr zu viele Rechtsschreibfehler im Text und die Anreden hatte der Verehrer alle klein geschrieben. Ein absolutes Fauxpas für meine Mutter und ein trächtiger Grund den Verfasser dieses Briefes zu ignorieren. Einige Tage später lernte sie meinen Vater kennen und hatte Sorge, dass er der heimlich Verehrer war mit der schrecklichen Rechtschreibschwäche! Schließlich fragte sie ihn nach einer Weile und er antwortete: “Sowas wie Briefe schreibe ich nicht.”

Während der Unterrichtseinheit über “Germinal” erinnerte ich mich, dass auch ein Teil meiner Familie unter der Erde arbeitet. Ihr Alltag weckte mein Interesse und gerne würde ich zumindest in Bochum in einen der Stollen hinunterfahren. Zur gleichen Zeit weckte der Alltag meiner Familie in Polen eine gewisse Verwunderung in mir. “Germinal” spielt weit, weit weg von uns in der Vergangenheit und die Verfilmung ist ein Kostümfilm. Ich sitze im Wohnzimmer meines Onkels und es fühlt sich an wie eine Zeitreise. Meine Cousine, ihr Mann und ich sitzen vor dem Fernseher und sie erzählen mir, dass er seinen Job “na Kopalnie” verloren hat. Sie sind nachvollziehbar beunruhigt und ich wundere mich weiter: Jeden Tag unter die Erde fahren wie in “Germinal” im 21. Jahrhundert? Die Lücke zwischen diesen Welten wuchs. Der Umstand eine Familie im polnischen Ruhrpott zu haben, lässt mich mein Nachbarland nur selektiv wahrnehmen. Polen bestand lange für mich nur aus Fördertürmen und Stahlgerippe und dem Meer. In Deutschland wurde das Ruhrgebiet letztes Jahr zum Kulturgut erklärt. Die Wojewodschaft Slask zieht mit und erklärt sich ebenfalls zum Relikt aus vergangener Zeit. Der Bergbau ist zwar hier und dort noch aktiv, aber ein neues Selbstverständnis wächst heran.

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… to bedzie Messi w spodnicy

Fußball und Frauen. Die Beilage des 11Freunde Hefts landet bei uns regelmäßig ungelesen im Müll. Das ist traurig. Auch in Polen wird dieser Sport wohl noch lange männlich bleiben. In der Mediathek auf 3sat findet sich zu diesen Schlagworten ein prima Kurzfilm von Sandra Prechtel und Ania Stylinska. 

Film

Karolina lebt in Praga, dem sozialen Brennpunkt in Warschau. Die Tage sind trist und grau. Menschen wühlen im Müll. Kinder spielen mit Backsteinen. Und dazwischen ist eben Karolina (17), die Hoffnung. Das Mädchen möchte auf die Sportschule in Bielany, um Fußball zu spielen. Aber reicht das Kicken auf dem Hof mit ihren Brüdern, um die Eignungsprüfung zu bestehen?

Der Kurzfilm fokusiert die Phase des Übergang in Karolinas Leben. Mit dem Abschlussball an ihrer Schule schließt die Protagonistin mit einer Welt ab, die sich vor allem aus Mädchen zusammensetzt, die lieber abends tanzen gehen und schicke Kleider tragen als jemals Fußball zu spielen. Mit dem Training für die Aufnahmeprüfung bereitet sich Karolina auf den Eintritt in eine Welt vor, die dominiert wird von Gleichgesinnten. Sie bleibt aber besorgt, denn obwohl sie kurz vor dem Ziel ihrer Träume steht, macht ihr die hohe Anzahl der Jungen in Bielany Angst. Zur Besichtigung der neuen Schule trägt sie die Sportjacke ihres Bruders, die sie in der fremden Umgebung beschützen soll. Zum Schluss nimmt sie Teil an der Aufnahemprüfung trotz innerer Widerstände. Sie beweist damit ihrem Publikum, dass es nicht eine Frage des Geschlechts, sondern des Willens ist ob man Hürden überwindet.

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The great pierogi race

lepic pierogi, also Pierogi kleben, zusammendrücken

Kein Tzatziki ohne Griechen, kein Curry ohne Inder und keine Pierogi ohne Polen. Migration bereichert unsere Küche. Leider führen die Supermärkte hier keine polnische Ware. Einzig in Dortmund am Borsigplatz habe ich Sezamki, Prince Polo und Salz-Dill-Gurken im Edeka gefunden.

Anders ist es in den USA. Mitte des letzten Jahrhunderts klebten in Shenandoa, Pennsylvania osteuropäische Muttis noch fleißig ihre Teigtaschen für Kirchenfeste. Ted Twardzik machte aus dem Rezept seiner Mutter, Mary Twardzik alias Mrs. T, ein Millionengeschäft. 1952 verkaufte er die ersten Pierogi im Supermarkt und inzwischen ist “Mrs. T’s Pierogies” führend auf dem amerikanischen Markt. In der Woche werden mehr als 11,4 Millionen Pierogi in elf Geschmacksrichtungen produziert: 65% der jährlichen Produktion werden in “Pierogy Pocket” verspeist.

PierogiLand

Neben einem Land, in dem hauptsächlich Pierogi gegessen werden, einem nationalen Feiertag, dem Pierogi Day am 8. Oktober gibt es schließlich noch vier Maskottchen: Jalapeño Hannah (grüner Hut), Cheese Chester (gelb), Sauerkraut Saul (rot) and Oliver Onion (lila). Die Figuren unterhalten das Publikum während der Baseballspiele, der Pittsburgh Pirates und laufen gegeneinander um die Wette. Das ganze ist bekannt unter dem Namen: The Great Pierogi Race.

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Zum Abschluss noch eine letzte Kuriosität. In Whiting, Indiana gibt es alljährlich Ende Juli ein Pierogi Fest. Es gibt Umzüge mit Babuschkas, Pierogi Wettessen, Pierogi Weitwurf und die zwölf Pieroguettes. Sie sind die Entourage zu Mr. Pierogi, Ms. Paczki (Krepel, Berliner, Pfannkuchen) und Halupki Guy (Kohlrolade) und einigen anderen.

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